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"Viele verwechseln Stil und Dresscode"

Als Modedesignerin und Imageberatin ist Katharina Starley Expertin für alle Stil- und Kleidungsfragen, (© Katharina Starlay)
Stilexpertin Katharina Starlay

In wenigen Sekunden entscheidet sich viel: Wer einen guten, ersten Eindruck hinterlässt, hat es leichter gute Gespräche zu führen. Wir haben mit der Stilexpertin und Buchautorin Katharina Starlay gesprochen, auf was es ankommt.  

Was zählt alles für den ersten Eindruck?

Körperhaltung, Körpersprache, Kleidersprache – das macht 50 Prozent des ersten Eindrucks aus, von dem etwa die Hälfte im Langzeitgedächtnis haften bleibt. Das gesprochene Wort dagegen macht nur 8 Prozent aus.  

Wie hinterlasse ich einen ersten guten Eindruck?

Durch eine respektvolle, zugewandte und liebenswerte Grundhaltung. Deshalb bringt es auch viel, sich vor einem wichtigen Gespräch oder einer wichtigen Präsentation mental einzustimmen und sich in eine positive, gutgelaunte Stimmung zu versetzen. Das strahlt aus. Gerade junge Menschen am Beginn ihrer Karriere sind oft zu bemüht, fehlende Lebenserfahrung und Unsicherheit mit betont selbstbewussten Gesten ausgleichen zu wollen – und wirken damit respektlos.

Was kann ich dagegen tun?

Besser ist es, einen Satz von Sokrates mit ins Gespräch zu nehmen "Ich weiss, dass ich nichts weiss" – und innerlich zu ergänzen: "Aber ich bin bereit, alles zu geben und setze meine Talente dafür ein."  

Oft gibt es – gerade bei den grossen Unternehmen – einen uniformierten Dresscode. Wie weit muss ich den im Vorstellungsgespräch abbilden?

Der Bewerber sollte zumindest signalisieren, dass er den Dresscode verstanden und sich Mühe bei der Kleiderauswahl gegeben hat. Niemand erwartet aber, dass er schon vollständig ausgestattet ist, bevor er eine Stelle antritt.  

Wie zeige ich meine Persönlichkeit, um positiv aus der Bewerbermasse hervorzustechen?

Viele Leute verwechseln Stil und Dresscode. Der Dresscode ist nur der Rahmen und beschreibt im Businessbereich oft einen Anzug oder eine Kombination. Wie diese aussieht und ob sie meinen Typ betont, liegt an meiner persönlichen Auswahl. Dazu sollte ich mich mit mir selbst, meiner Ausstrahlung, meinen Farben, Proportionen und Linien befasst haben – dann finde ich auch die individuelle Jacke, den individuellen Anzug und entwickle meine persönliche Art, sie zu tragen.  

Wie viel Individualität ist gut?

Ich hatte mal einen Klienten – einen High Potential der Finanzdienstleistungsbranche –, der im Bewerbungsgespräch ein Poloshirt in der leuchtendsten Nuance der Firmenfarbe seines Gesprächspartners trug. Das war vom Dresscode her daneben, verriet aber Sorgfalt der Gedanken. Letztlich siegte der Humor des Personalleiters, und er ist heute froh, diesen originellen Charakter eingestellt zu haben.

Mit welcher Farbe punkte ich also?

Farben haben auch eine strategische Wirkung. Rot etwa steht für Dynamik – aber auch für Aggression. Im Bewerbungsgespräch sollte immer die harmonische, zielgerichtete Kommunikation im Vordergrund stehen.  

Nicht nur auf die Kleidung, auch auf die Schuhe kommt es an. Ballerinas seien für Frauen ihrer Meinung nach nicht die richtige Wahl, da sie einen Entengang hervorrufen sollen. Was ist die Alternative?

Das ist tatsächlich so. Schauen Sie sich den Gang einer Frau in superflachen Absätzen an. Trend hin oder her. In meiner Arbeit geht es eben um Stil, nicht um Mode. Eine Alternative sind Keilabsätze oder etwas dickere Sohlen mit einer höheren Elastizität. Das Problem bei den Ballerinas ist nämlich nicht nur der Winkel vom Fuss zum Bein, sondern der harte Boden bei dünnen Sohlen.  

Wenn ich online keine eindeutige Aussage über den Dresscode der Mitarbeiter bekomme, wie wähle ich das richtige Outfit?

Gerade in Firmen, in denen Uniform getragen wird, werden Bilder von Mitarbeitern kaum veröffentlicht. Über Social Media habe ich doch aber immer die Möglichkeit, Mitarbeiter der Firma anzuschreiben und sie auf charmante Weise zu fragen, wie der firmeninterne Stil ist und wie Menschen sich dort kleiden. Wenn die Firma nicht so weit weg ist, kann ich auch einfach mal hinfahren und mich eine Stunde in die Eingangshalle setzen und beobachten. Das hat zudem den Vorteil, dass ich auch die Stimmung und den "Ton" untereinander aufnehmen kann.  

Das Interview führte Verena von Herwarth

Steckbrief:

Katharina Starlay ist Modedesignerin und Imageberaterin für Unternehmen, Mitglied im Deutschen Knigge-Rat und Stilkolumnistin des Manager Magazins. In Vorträgen, Talk-Shops und Einzelcoachings macht sie das Beste von Menschen und Unternehmen sichtbar und setzt auch unmittelbar um, wenn sie als "Einkleiderin" Teams und Chefs mit Corporate Couture / Business Couture ausstattet.

Denn Aussehen, Auftreten und Benehmen sind ein Baustein des Vertriebskonzeptes und damit Teil der Wertschöpfungskette. Starlay lebte 13 Jahre in der Schweiz, wo sie auch ihr heutiges Unternehmen gründete. Im November erscheint ihr drittes Buch "Stilwissen to go" als E-Book im Frankfurter Allgemeine Buch Verlag. Aktuelle Stilnachrichten postet sie auf www.Stilclub.de.