Die Probezeit dient zur allgemeinen Orientierung

Probezeit: Die ersten Tage beim neuen Arbeitgeber

Du hast Dich auf einen passenden Job beworben, mit Deiner Bewerbung überzeugt und eine Zusage bekommen. Die erste Hürde ist geschafft. Aber bevor Du fest im neuen Job verankert bist, musst Du Dich in der Probezeit beweisen.

Die Probezeit zu Beginn des Arbeitsverhältnisses dient der Orientierung – Deiner und der des neuen Arbeitgebers. Du musst während der Probezeit für Dich herausfinden, ob der neue Arbeitsplatz Deinen Erwartungen entspricht. Für Deinen Arbeitgeber ist in der Probezeit entscheidend, wie Du Dich in das Unternehmen integrierst und ob Deine Leistungen den Anforderungen entsprechen. Für einen optimalen Start in Dein Berufsleben solltest Du Dich über alle Besonderheiten und Regelungen informieren.

Die Probezeit im Arbeitsvertrag

Vor Beginn des Arbeitsverhältnisses werden Konditionen Deiner Anstellung in einem Arbeitsvertrag festgelegt – inklusive der Punkte, die die Probezeit betreffen. Nach gesetzlicher Vorgabe gilt der erste Monat als Probezeit, sofern es im Arbeitsvertrag nicht anders vereinbart ist. Sie kann vom Arbeitgeber auf maximal drei Monate verlängert werden – das muss im Vorfeld schriftlich im Vertrag festgehalten werden. Die Kündigungsfrist während der Probezeit beträgt sieben Tage, in denen Dich der Arbeitgeber ohne Angabe von Gründen entlassen kann. Alle rechtlichen Hintergründe zur Probezeit kannst Du in Artikel 335b des Obligationenrechts nachlesen.

Urlaub während der Probezeit

In der Regel hast Du während Deiner Probezeit keinen Anspruch auf Urlaub. Das ist im Normalfall auch in Deinem Arbeitsvertrag vermerkt. Das muss allerdings nicht heissen, dass Du in der Probezeit gänzlich auf Urlaub verzichten musst. Ob und wie lange Du Urlaub nehmen kannst, ist grösstenteils von Deinem Arbeitgeber abhängig. Es hängt aber auch damit zusammen, wie Du Dich im Rahmen Deiner Probezeit schon in das Unternehmen integriert hast und ob ausreichend Kapazitäten vorhanden sind. Der Arbeitgeber muss bedenken, dass sich Deine Urlaubstage ansonsten ansammeln und Du diese nach Ablauf Deiner Probezeit ohnehin noch im gleichen Jahr nehmen musst.

Was tun, wenn du krank wirst?

Falls Du innerhalb Deiner Probezeit krank werden solltest, verhält sich das genauso wie bei jedem anderen Arbeitsverhältnis auch. Informiere Dich zu Beginn Deines Arbeitsverhältnisses über die regulären Abläufe im Krankheitsfall. Sollte Deine Krankheit jedoch länger andauern, verlängert sich die Probezeit um die Anzahl der ausgefallenen Arbeitstage. Das Gleiche gilt für eine plötzliche Einberufung in den Militärdienst.

Schritt für Schritt

Der erste Tag bei Deinem Arbeitgeber ist wahrscheinlich der aufregendste Tag im Leben jedes Berufseinsteigers. Meist kennst Du Deine Kollegen nicht, die Arbeitsabläufe sind Dir nicht vertraut und sogar den Weg in die Kantine musst Du erfragen. Aber keine Sorge – die ersten Tage Deiner Probezeit sind genau dazu da, Deine neue Umgebung zu erkunden.

Stell Dich Deinen neuen Kollegen vor und verschaffe Dir einen Überblick über die interne Kommunikation. Es ist wichtig, dass Du zu Beginn Deiner Probezeit die Strukturen im Unternehmen kennenlernst, das erleichtert Dir die Einarbeitung und lässt Dich Prioritäten leichter erkennen. In den ersten Tagen und Wochen bist Du dazu aufgerufen, viele Fragen zu stellen. Nutze das – in der zweiten Phase wirst Du die Antworten brauchen.

Finde deinen Platz

Nachdem Du in den ersten Wochen Deiner Probezeit das Unternehmen und die Umgebung kennengelernt hast, gilt es jetzt, die gesammelten Informationen im Arbeitsalltag zu nutzen. Selbstverständlich kannst Du auch jetzt noch Fragen stellen, schliesslich bist Du immer noch in einer Lernphase. Dennoch wird von Dir jetzt mehr Eigeninitiative und Selbstständigkeit erwartet als zu Beginn der Probezeit.

In der Halbzeit Deiner Probezeit solltest Du Deinen direkten Vorgesetzten nach einem Feedbackgespräch fragen. In grösseren Unternehmen ist ein regelmässiger Austausch zwischen neuen Mitarbeitern und der Chefetage in der Probezeit meistens selbstverständlich, bei kleineren Unternehmen oder Neugründungen kann es an Strukturen oder Kapazitäten mangeln. In diesem Fall solltest Du aktiv nach einer Beurteilung Deiner bisherigen Leistung in der Probezeit bitten. Sprich auch eine eventuelle Unter- oder Überforderung an.

Mach dich unentbehrlich

In der letzten Phase der Probezeit solltest Du das Verhältnis zu Deinen Kollegen auf eine höhere Ebene bringen. Nutze die Mittagspause zu gemeinsamen Essen und Gesprächen. Hier ist es wichtig, dass Du behutsam vorgehst und Privat- und Berufleben voneinander trennst. Du kannst die neuen Kollegen gerne zu Deinen beruflich genutzten Netzwerken auf Linkedin und Xing hinzufügen – bei eher privat genutzten Profilen auf Facebook und Co. solltest Du vorher überdenken, wie viel Du von Deinen Freizeitaktivitäten am Arbeitsplatz preisgeben willst. 

Abhängig vom Verlauf Deines ersten Feedbackgesprächs kannst Du Deine derzeitige Stellung im Unternehmen einschätzen. Solltest Du immer noch unsicher sein, bitte erneut um eine Einschätzung Deiner Arbeit. Wichtig ist, dass Du gegen Ende der Probezeit an Deinem Arbeitsplatz integriert bist. Zum einen auf der fachlichen Ebene und zum anderen auf der kollegialen Ebene. Dann steht einer Übernahme in ein festes Arbeitsverhältnis nichts im Wege.


Annette Kamps, Redakteurin - 14/02/2018

ImYanis/shutterstock.com

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