Bei einem Studium in China lernst Du eine faszinierende Kultur kennen

Studieren in China

Die Wahl des Studienprogramms und der Hochschule ist ein wichtiger Schritt, der gut durchdacht sein will. Chinas Universitäten beherbergen knapp 24 Millionen Studenten. Davon kommen rund 600 aus der Schweiz. Wenn Du auch ein Auslandssemester in China absolvieren willst, solltest du einiges beachten.

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Partneruniversitäten und Stipendien

Viele Schweizer Hochschulen haben chinesische Partneruniversitäten. Unterschieden wird zwischen gesamtuniversitären, Fakultäts- und Institutsabkommen. Im Rahmen dieser Abkommen können Studierende ein bis zwei Semester im Ausland studieren. Informationen über Austauschprogramme erhältst Du durch die Mobilitätsstelle und der Abteilung für internationale Beziehungen an Deiner Hochschule. Eine Liste mit den Adressen der Mobilitätsstellen der Hochschulen in der Schweiz stellt die Seite der Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten (CRUS) zur Verfügung. Außerdem verwaltet die CRUS ausländische Regierungsstipendien von rund 40 Ländern, darunter auch China, im Auftrag des Bundes. Sie schreibt die angebotenen Stipendien aus und trifft eine Auswahl zwischen den Bewerbern aus der Schweiz. In der Regel deckt solch ein Stipendium die Studien- und Lebenshaltungskosten im Gastland. Hin- und Rückreisekosten hingegen werden meist vom Stipendiaten getragen.

Eine weitere Möglichkeit im Reich der Mitte zu studieren, stellen kantonale oder Bundesstipendien dar. Stipendien für das Ausland gibt es von zahlreichen Organisationen, die unterschiedliche Bedingungen an potenzielle Stipendiaten stellen. Um Dir die Suche zu erleichtern, haben wir die wichtigsten Internetseiten zum Thema Stipendien zusammengestellt.

Organisation auf eigene Faust

Auch ohne ein Stipendium kannst Du einen Studienplatz in China erhalten. Dazu wendest Du Dich direkt an eine chinesische Hochschule Deiner Wahl. Im Internet kannst Du Dich auf der jeweiligen Homepage der Hochschule über die Aufnahmemodalitäten erkundigen, die sehr unterschiedlich sein können. Dort kannst Du auch die Bewerbungsunterlagen anfordern. Die meisten chinesischen Universitäten stellen für ausländische Studenten Informationen auf Englisch zur Verfügung. 

Eine Liste mit chinesischen Hochschulen, die ausländische Studenten aufnehmen, kann bei China Today eingesehen werden. Hilfreich ist auch das China Scholarship Council. Hier können sich ausländische Studenten für ein Studium in China registrieren lassen.

Die Bedingungen für ein Studium in China

Die Vorraussetzungen für ein Studium in China variieren je nach Universität. Grundsätzlich gilt: Für ein Bachelor-Programm ist ein Nachweis über den erfolgreichen Abschluss einer zwölfjährigen Schulausbildung erforderlich. Das Höchstalter für den Beginn des Studiums liegt bei 25 Jahren. Das Mindestalter beträgt – wie beim Master- und Doktorprogramm – 18 Jahre. Bei Master-Programmen wird ein Bachelor oder ein vergleichbarer Abschluss, (zum Beispiel Vordiplom plus zwei Semester), benötigt.

An manchen Universitäten benötigt man zusätzlich zwei Empfehlungsschreiben von zwei seiner Professoren auf Englisch. Das Höchstalter bei Masterprogramm liegt bei 35 Jahren. Die Programme für Doktoranden erfordern einen Master, Magister oder ein deutsches Diplom. Das Höchstalter zum Start des Programms beträgt 40 Jahre. Welche Bedingungen Du noch für ein Studium in China erfüllen musst, liest Du unter Studieren in China: Papiere und Formalitäten.

Sprachtest

Für ein normales Fachstudium ist meist das erfolgreiche Bestehen des Hanyu Shuiping Kaoshi Tests (HSK-Prüfung), dem standardisierten Test der chinesischen Sprache, notwendig. Zum Nachweis der Englischkenntnisse wird an den meisten Hochschulen in China der amerikanische TOEFL-Test oder der britische IELTS-Test verlangt. Welches Ergebnis für die jeweiligen Studiengänge erreicht werden muss, steht auf den Webseiten der Hochschulen. Ausländische Studierende haben auch die Möglichkeit an Chinas Hochschulen ein reines Sprachstudium zu absolvieren.

Studieren in China: Kosten

Schon bei der Bewerbung an einer chinesischen Hochschule fallen Kosten an. So ist mit einer Bewerbungsgebühr von rund 70 Franken zu rechnen, die aber je nach Hochschule variiert. Für die Einreise nach China mit dem Flugzeug empfiehlt es sich, gleich ein Jahresticket zu kaufen, da die Preise für internationale Flüge in China viel höher ausfallen. Für das Jahresticket, mit dem Du gleichzeitig einen Hin- und einen Rückflug erwirbst, kannst Du mit etwa 760 Franken rechnen. Ein weiterer Kostenfaktor ist Deine Krankenversicherung. Da eine gesetzliche Krankenversicherung in der Regel keine Leistung in einem Land außerhalb der EU erbringt, lohnt es sich über eine Auslandskrankenversicherung nachzudenken. Ab circa 30 Franken im Monat lässt sich eine solche Versicherung abschließen.

Der Hauptkostenpunkt ergibt sich aus den Studiengebühren. Diese variieren je nach Hochschule. Auch innerhalb einer Bildungseinrichtung weichen die Beiträge voneinander ab. Dort unterscheiden sie sich von Fachbereich zu Fachbereich. So sind die Kosten für medizinische, naturwissenschaftliche und technische Fächer höher als für geistes- und sozialwissenschaftliche. Ein Masterstudiengang ist teurer als ein Bachelorstudiengang, aber günstiger als eine Promotion. So liegen die Semestergebühren bei einem Bachelorstudiengang zwischen 1'600 und 5'500 Franken im Jahr. Ein Masterstudium und eine Promotion schlagen jährlich mit 2'200 bis 8'700 Franken zu Buche.

Studien- und Wohnbedingungen

In China stehen rund 2'200 Hochschulen und Universitäten. Derzeit studieren etwa 80'000 ausländische Studenten in den Bildungseinrichtungen, die ähnlich aufgebaut sind wie in den USA. Sie sind ein abgegrenzter Komplex mit Lehr- und Wohngebäuden, Sportplätzen, eigenen Geschäften, Restaurants und Krankenhäusern. Es ist üblich, dass Studenten aus dem Ausland in den campuseigenen Wohnheimen wohnen.

Die Kosten betragen hier monatlich zwischen 100 bis 200 Franken für ein Doppelzimmer ohne eigenes Bad. Ein Einzelzimmer mit Dusche und WC kostet ab 230 Franken aufwärts. Inzwischen ist es ausländischen Studenten auch erlaubt, ausserhalb des Campus eine private Unterkunft zu nehmen. Die Miete kann hier sogar billiger sein als im Wohnheim. Für eine kleine Wohnung zahlt man ab 110 Franken aufwärts. Allerdings schwanken die Kosten stark zwischen den Provinzstädten, den Küstenmetropolen und Peking. Wichtig für die eigene Wohnung ist, sich innerhalb von 24 Stunden nach Unterzeichnung des Mietvertrags bei der Polizei vor Ort zu melden und sich registrieren zu lassen. Dies geschieht gebührenfrei. Mit jedem Tag der ohne Registrierung verstreicht, werden jedoch 55 Franken fällig. In China ist es üblich, die Miete für drei bis sechs Monate im Voraus zu zahlen. Meist wird eine Kaution fällig, die eins bis zwei Monatsmieten beträgt.

Verpflegung

Besonders preiswert ist die Verpflegung in China, wenn Du auf einheimische Produkte zurückgreifst. In Restaurants, die traditionelles Essen anbieten, kannst Du eine Mahlzeit bereits für ein bis zwei Franken bekommen. Ausländische Produkte und Restaurants sind dagegen wesentlich teurer. Knapp bemessen kostet Dich ein Aufenthalt über zwei Semester im Reich der Mitte rund 5'500 Franken plus Studiengebühren.


Thomas Henning, Gastautor

ESB Professional/shutterstock.com

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